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Löbau - die Garnison
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Jägerkaserne und Stadt im Ersten Weltkrieg

 

 

Spenden an das Jägerbataillon Nr. 12 

Die Löbauer versorgten "ihre" Jägerbataillone im 1. Weltkrieg mit sogenannten Liebesgaben. Firmen sowie Bürger spendeten für "ihre" Jäger. So schickten sie beispielsweise zu Weihnachten 1914 Fleischwaren, Stollen, Rum, Tabakwaren, künstliche Christbäume, Lichter, Briefpapier und Bücher in die Feldstellungen.
Ein Bittschreiben des Reserve-Jägerbataillons ist erhalten geblieben. Darin ersuchen die Soldaten um dringend benötigte Artikel. Der Zettel wurde mit Bleistift in der Feldstellung südlich Manonviller am 25. Novenber 1914 geschrieben. 

Vorderseite 

 

 

 Rückseite

Text:

Feldstellung südl. Manonvillier, 25.11.1914

Hochverehrter Herr Bürgermeister!

Durch Zusendung des "Sächsischen-Postillons" erfuhren wir von der liebenswürdigerweise in Aussicht genommenen Sammlung auch für unsere Reservejäger. Wir sprechen schon hierfür unseren herzlichsten Dank aus. Unsere Kopfzahl beträgt leider infolge zahlreicher Verluste nur etwa 750 statt der angegebenen 1000. Wenn wir eine Bitte aussprechen dürften, so bitten wir uns besonders mit Hosenträgern, wollenen Strümpfen, Taschentüchern u. Rauchwaren zu bedenken.
Aus beifolgender Proklamation, die eine unserer Patrouillen heute Abend in einem Waldstück vor der feindlichen Stellung fand, geht ja klar hervor, wie notwendig die Liebesgaben unserer zukünftigen Mitbewohner sind, damit wir nicht etwa der Versuchung erliegen unser erbärmliches Leben mit dem gallischen Paradiese zu vertauschen.
Mit ergebensten Grüßen an Sie und die Stadt Löbau

Major von Einsiedel
Kommandeur

Ltn. v. Mayer
Adjutant
Reserve-Jäger-Batl. 12

 

Die Jägerkaserne wird Lazarett

Am 13.08.1914 erging Befehl, in der neu erbauten Kaserne ein Reservelazarett mit 500 Betten einzurichten. Es sollte am 15. September bezugsfertig sein. Am 1. Oktober 1914 traf der Leiter, Oberstabsarzt Dr. Rall, in Löbau ein. Er bagann seinen Dienst mit 2 Ärzten, 3 Lazarettinspektoren und 50 Wärtern. Später kamen weitere 12 Ärzte und 3 Apotheker dazu. Sie hatten in den folgenden Monaten und Jahren viel zu tun ...

Impressionen aus der Lazarettzeit:

 

Beschlagschmiede 

 

 Blick von der Georgewitzer Straße

 

Offizierskasino 

 

 Exerzierhalle

 

 Familienhaus

 

 Familienhaus

 

Kaserneneingang 

 

Kammergebäude 

 

Eingang zum Lazarett 

 

Verwaltungshaus Lazarett 

 

Verwaltungsgebäude Lazarett

 

Pferdestall

 

Mannschaftshaus 1 

 

Blick von der Georgewitzer Straße

 

Exerzierplatz

 

 Mannschaftshaus 1

 

Wagenschuppen 

 

Waschanstalt 

 

Mannschaftshaus 3 hinten 

 

Block 3

 

 Exerzierplatz

 

Stabsgebäude

 

Außer dem Lazarett waren in Löbau Einheiten des Ersatzheeres unterberacht. In ihnen wurden Sodaten für den Fronteinsatz ausgebildet.


Während des 1. Welkrieges waren hier stationiert: 

Ab 11.03.1915
das 2. Ersatzbataillon des 3. Infanterieregimentes Nr. 102
Die Mannschaften waren aber nicht in der Kaserne, sondern in Massenunterkünften untergebracht. Diese waren:
- das Schützenhaus,
- die Tonhalle,
- das Goldene Schiff,
- das Stadt Warschau.
Exerziert haben diese Eiheiten auf bestimmten Plätzen in der Stadt, später auch in der Jägerkaserne.
Am 25.03.1917 löste sich das Ersatzbataillon auf.

Ab 10.05.1917
das Ersatz-Bataillon des Königlich-Sächsischen Landwehr-Infanterieregimentes Nr. 102 rückt in Löbau ein.
Es kamen immer mehr Massenqurtiere hinzu:
- Heinrichs Restaurant,
- die Turnhalle,
- das Hotel Stadt Berlin,
- die Funkenburg,
- der Wettiner Hof,
- die Papierfabrik,
- das Goldene Lamm,
- der Gasthof Altlöbau,
- der Gasthof Stern,
- die Herberge zur Heimat,
- die Garküche und
- die Zuckerfabrik.

Ab 01.10.1918
kam noch das Ersatz-Bataillon des Infanterieregimentes Nr.103 dazu.

 Einzug des 2. Ers-Btl. Nr. 102

 Rekrutenfoto 2. Erst-Btl. Nr. 102

 Rekrutenfoto 2. Ers.-Btl. Nr. 102

Rekrutenfoto 2. Ers.Btl. Nr. 102 


 Ansichtskarten, geschrieben im 1. Weltkrieg aus Löbau

Hier sind einige gelaufene Feldpostkarten abgebildet. Interessant, sie zu lesen, denn sie spiegeln Stimmungen und Alltagsprobleme der Leute in der damaligen Zeit wider. Die meisten Schreiber dieser Zeilen waren entweder Angehörige oder Soldaten, die ihre militärische Ausbildung in Löbau absolvierten. Sie mussten danach dirket auf das Schlachtfeld ziehen. Einige lagen hier im Lazarett. Sobald sie wieder gusund waren, ereilte sie dasselbe Schicksal. Die Absender bzw. Empfänger der Karten sahen ihre Lieben oft nie wieder.

(die Serie wird noch vervollständigt)

 

 

Feldpost
Frau Else Otto
per Adr. Julius Otto
Zeithain Post Röderau b. Riesa

Löbau, den 6/8 16

Liebe Else!
Meinem Versprechen nachzukommen sende ich dir diese herzlichsten Grüße von hier. Sind am 1. nach Löbau gekommen in Massenquartirn. Unser Nachtlager besteht aus Holzwolle u. einer Decke. Ist nicht wie zu Hause. Sonst geht ganz gut, was ich auch von dir liebe Else hoffe. Bitte schreib mir auch einmal, oder hast du keine Zeit für mich. Richte bitte viele Grüße an alle Bekannten von mir aus.
Auf baldiges Wiedersehen grüßt dich
Hans Schmidt

 

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Feldpost
Herrn Vzfdw. Dolmetscher
Herm. Schüttoff
Festung Königstein
Elbe

Löbau, d. 8.12.16

M. l. H.! Herzlichen Dank für Deine beiden lieben Karten v. 6. u. 7.12.! Das tut mir leid, daß die Gurke die Schokolade verdorben hat. Hoffentlich ist sie noch eßbar. Äpfel hat Mutter reichlich von mir erhalten, ebenso Birnen. Du wirst noch fein kochen lernen, womöglich schmeckt es Dir dann daheim nicht mehr. Ich freue mich auf morgen und gehe an die Bahn. Heute vorm. habe ich gebacken. Nachm. war ich im Kränzchen und erst auf der Bank, um mir wegen der Steuerdeklar. den Kurs sagen zu lassen.
Jetzt will ich den Kuchen noch fertig machen für drei Pakete. Morgen gehen sie ab.
1 für H. Benisch, 1 für Herrn Hama u. 1 für Otto. H. H. ist an der Somme. Die Karte kommt hoffentlich noch an, ehe Du abreist. Herzl. Grüße von Mutter u. Deiner treuen Gretel.

 

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Pionier R. Seliger
Löbau Res. Laz.
Stat. 6 Stube (nicht lesbar)

Feldpost

Frau
Gertrud Seliger
Hirschfelde
b. Zittau

Löbau, d. 9.9.18

Meine liebe Gertrud!
Wir haben uns noch gut Zeit nehmen können bis ins Lazarett. Die Stunden sind mir aber sehr lang geworden und ich war froh´als es 10 war. Liebe Gertrud die Nachmittag Stunden waren so schnell wek, hoffentlich bist Du gut und troken nach Hause gek. Die herzlichsten Grüße umd Küsse sendet Dir Dein lieber Kichard 

 

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Feldpost
Briefstempel 1. Kompanie 2. Ers. Btl. 102

Hn.
Wilhelm Feurich
Fabrikarbeiter
in Jonsdorf No 112
b. Zittau
b. Julius Lange (Sa)

Liebe Eltern!
Das Geld und das Paket habe ich dankend erhalten. Den 31. Mittwoch geht es nach Königsbrück und den 15. April geht es ins Feld. Karfreitag komme ich auf Urlaub bis Dienstag zu Mittag alles andere mündlich.
Es grüßt Gustav

Absender: Gustav Feurich Soldat
1. Komp. 2. Ersatz Bataillon Nr. 102
in Löbau 

 

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Briefstempel 1.5.15
2. Ersatzbataillon 102
Rekruten Depot
 

Feldpost

Herrn
Paul Börner
per Adr. Herrn Bauinst. Burkhardt
Tharandt
Dresdnerstraße
Bez. Dresden

Abs.: Soldat Fritz Wagner
Rekruten Dept. Abteilung
2. Ers. Bat. Inf. Reg. 102

Lieber Freund Paul.
Deine liebe Karte habe ich erhalten, vielen Dank dafür. Heute zum Sonntag durften wir wieder allein ausgehen u. so haben wir die Stadt durchstöbert. Morgen Montag werden wir vereidigt. Das wird ja eine große Feier für uns. Nach dieser pfeift es aber auch aus einem anderen Tone. Sonst geht es mir noch ganz gut, ich hoffe, daß wir in 14 Tagen Urlaub bekommen. Wenn ich es bestimmt weiß, werde ich Dir gleich schreiben. So sei für heute herzlich gegrüßt u. auf Wiedersehen Dein Fritz

 

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Vorbereitung der Jugend auf den Krieg

Felddienst der Schülerbrigade LÖBAU i.S. 

Auf Anweisung des Sächsichen Ministerium des Kultus und öffentlichen Unterrichts war von Ende 1914 die Jugend auf ihren Einsatz im Heer vorzubereiten. Die Ausbildung hatten die Lehranstalten selbst in die Hand zu nehmen. Dazu waren geeignete Lehrer, insbesondere Turnlehrer, einzusetzen. Ziel war: "... dass die deutsche Jungmannschaft schon so gut als möglich ausgebildet in den Dienst für das Vaterland eintritt."
Statt mit Waffen übten die Jugendlichen mit Eisenstangen oder Holzgewehren.

 

Der Landsturmmann am Löbauer Rathaus

 

Am Sonntag, den 3. Oktober 1915, weihten die Löbauer an der Rathaustreppe zur Nikolaistraße einen eisernen Landsturmmann ein. Gespendet hatte ihn ein Bürger der Stadt, entworfen Prof. Groß von der Kunstgewerbeschule Dresden. Jeder konnte im Rathaus und in bestimmten Geschäften der Stadt Nägel (im Wert von 20 und 50 Pfennig, 1 Mark und über 5 Mark) erwerben und dort einschlagen. Das Geld kam in Not geratenen Familien und Kriegsopfern zugute. Leider war am Nachmittag des 3. Oktober sehr schlechtes Wetter, sodass sich nur wenige an Festzug und Einweihung beteiligten. Der Erlös war an diesem Tage dementsprechend gering. Im Jahre 1924 wurde die Figur abgebaut und im Eichamtsmuseum untergebracht. Sie ist bis heute verschollen.  

 

 

 

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